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Wilhelm und Else Heraeus - Physikschule Extrasolare Planetensysteme 17.-21. Oktober 2005, Physikzentrum Bad Honnef |
| Motivation
- Ziel |
Die
Entstehung und
Entwicklung von Planetensystemen und ihre Beziehung zur Entstehung von Leben
gehoeren zu den faszinierendsten Problemen der modernen Astrophysik.
Im Jahr 1995 gelang erstmals der indirekte Nachweis eines
extrasolaren Planeten durch M. Mayor und D. Queloz. Seit dieser
Entdeckung befindet sich dieses Arbeitsfeld in einer stuermischen
Entwicklungsphase. Unterdessen sind mehr als 120 extrasolare Planeten
bekannt, wobei kuerzlich die Entdeckung von Planeten bis hinunter zur
Uranusmasse gelang. Man kann davon sprechen, dass die Kopernikanische
Revolution gegenwaertig zu Ende gefuehrt wird.
Obwohl
Auswahleffekte bei
den gegenwaertigen Entdeckungsstrategien vorhanden sind, unterscheiden sich
die neuentdeckten „Welten“ dramatisch von unserem eigenen
Sonnensystem. So gibt es jupiterartige Planeten auf sehr engen Bahnen
um die Zentralsterne.Gleichzeitig wurden Objekte mit hohen
Exzentrizitaeten von bis zu e=0.9 gefunden, waehrend im Sonnensystem
der Planet mit der groesste Exzentrizitaet Merkur mit e=0.2 ist.
Diese Entdeckungen zeigen, dass existierende Theorien zur Entstehung
von Planetensystemen, die an unserem eigenen Sonnensystem geeicht
wurden, revidiert werden muessen. Neue Forschungsergebnisse auf
diesem Feld legen nahe, dass die Wechselwirkung zwischen den Planeten
und zwischen den Planeten und der protoplanetaren Scheibe
entscheidenden Einfluss auf die sich entwickelnde Struktur von
Planetensystemen haben.
Neben der Entdeckung
von extrasolaren Planeten gelang auch erstmals die raeumlich
aufgeloeste Abbildung von protoplanetaren Scheiben, den Aequivalenten
des Sonnennebels. Mit Hilfe moderner astronomischer
Beobachtungsverfahren, wie der adaptiven Optik und der Infrarot- und
Millimeterinterferometrie, sind wir jetzt in der Lage, die
physikalische und chemische Struktur dieser Scheiben aufzuklaeren.
Die Entdeckung von
extrasolaren Planeten, zunaechst mit der
Radialgeschwindigkeitsmethode, jetzt auch mit anderen Methoden, wie
dem Transitverfahren und dem Mikro-Gravitationslinseneffekt, steht am
Anfang der Untersuchungen von extrasolaren Planetensystemen, die
schliesslich in die Spektroskopie ihrer Atmosphaeren und der Suche
nach Hinweisen fuer Leben auf erdaehnlichen Planeten muenden werden.
Dieses Forschungsziel ist sowohl Bestandteil der
Instrumentierungsprogramme fuer die gegenwaertige Klasse von
10m-Teleskopen und die neue der Extremely Large
Telescopes sowie
von Cornerstone-Mission der Europaeischen Raumfahrtorganisation ESA.
Sebastian Wolf (swolf @ mpia.de)