Abb. II.13: Die Umlaufbahn von ISO.
II.3 ISOPHOT – Himmelsspäher im Infraroten
Infrarotastronomie
Die Infrarotastronomie hat seit Beginn der achtziger Jahre eine rasante Entwicklung durchgemacht: Die Empfindlichkeit der Halbleiterdetektoren konnte immer weiter gesteigert und der beobachtbare Bereich zu immer größeren Wellenlängen ausgedehnt werden. Gleichzeitig ließ sich die Größe der Detektor-Arrays und die räumliche Auflösung der Aufnahmen immer weiter steigern.
Vom Erdboden aus ist Infrarotastronomie in atmosphärischen Fenstern bei etwa 2.5 mm sowie zwischen 3 mm und 5 mm oder zwischen 8 mm und 13 m m möglich. Außerhalb dieser Fenster absorbieren Moleküle in der Erdatmosphäre, vor allem Wasser- und Kohlendioxidmoleküle, die Strahlung aus dem Weltraum. Aus diesem Grunde wird Infrarotastronomie an sehr hochgelegenen Observatorien sowie mit ballon-, flugzeug- und vor allem satellitengetragenen Teleskopen betrieben.
Kosmische Infrarotquellen sind insbesondere staubreiche Gebiete sowie Sternentstehungsgebiete im Inneren großer Staubwolken, in denen sich Moleküle bilden können. Hier profitiert die Astronomie davon, daß Infrarotstrahlung durch Staub wesentlich schwächer absorbiert wird als sichtbares Licht. Dadurch werden im Infrarotbereich Vorgänge im Inneren der Wolken sichtbar. Aber auch der auf optischen Aufnahmen gänzlich schwarz erscheinende kühle Staub strahlt im Infra
rotbereich aufgrund seiner thermischen Eigenemission. Er dient so als Indikator für Sternentstehung in anderen Galaxien.
Gleichzeitig lassen sich im Infraroten auch zahlreiche Elemente, wie atomarer und einfach ionisierter Koh lenstoff, und Moleküle, wie Wasser und Kohlenmonoxid, nachweisen. Beobachtungen von Molekülemissionslinien dienen einerseits zur Bestimmung der Konzentration jener Substanzen sowie der dort herrschenden physikalischen Bedingungen, wie Dichte und Temperatur. Andererseits läßt sich über den Doppler-Effekt auch der Bewegungszustand des Gases, beispielsweise im Inneren einer Staubwolke, ermitteln.

ISO, das Infrared Space Observatory

Die erste vollständige Durchmusterung des Himmels in den Wellenlängen 12, 25, 60 und 100 m m gelang 1983 mit dem von den Niederlanden, Großbritannien und den USA gebauten Infrared Astronomical Satellite, IRAS. Der Satellit besaß eine Lebensdauer von zehn Monaten. Sein Nachfolger war das Infrared Space Observatory, ISO, der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Anders als sein Vorgänger, der während seiner Mission ein zuvor


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