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Editorial |
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April 1999 |
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Blitze
vom |
Heute
können wir von einer echten Sensation berichten! Über dreißig
Jahre lang war der Ursprung der geheimnis- vollen Gamma-Bursts unbekannt
ge- blieben. Erstmals vor knapp drei Jahren gelang es, die Quellen dieser
hochener- getischen Blitze auch im sichtbaren Licht zu identifizieren:
Schnell wurde klar, daß sie sich in Milliarden von Lichtjahren Entfernung
befinden. Sie stehen sozu- sagen am Rande der Welt und setzen in ihrem
Blitz mehr Energie frei, als jede andere bisher bekannte Quelle. Aller-
dings: Wegen ihrer enormen Entfernung sind sie nur mit großen Teleskopen
zu beobachten... dachten wir - seit dem 23. Januar gilt dies nicht mehr.
Das optische Gegenstück eines Gamma-Bursts wurde registriert, so
hell, daß es einem Frei- zeitbeobachter in seinem Feldstecher hätte
auffallen können! Diese sensatio- nelle Entdeckung schildert Ulrich
Bastian auf S. 326ff. Nun können sich einerseits die Theoretiker
den Kopf darüber zerbrechen, wie die Natur in so kurzer Zeit (und
auf so kleinem Raum) soviel Energie freisetzt: Modellvorstellungen wird
es viele geben, aber nur die Beobachtung weiterer Fälle wird die
Entscheidung herbeiführen, welche von allen die richtige ist. Nun
ist die Erscheinung in die Reichweite der Amateurastronomen gerückt.
Wer weiß, ob sie an dieser vordersten Front der Forschung nicht
wichtige Beiträge werden leisten können. Erste Hinweise dazu
stehen auf S. 366-367.
*** Mit
dem vorliegenden Heft beginnt der Ernst der Vorbereitungen auf das große
Ereignis der totalen Sonnenfinsternis am 11. August. Auf den Seiten 368-373
steht eine ausführliche Beschreibung des Verlaufs der Finsternis
- sie eignet sich als Grundlage für Ihre persönliche Planung.
Im Mai-Heft wird eine Übersicht über die meteorologischen Be-
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*** Aus
Volkssternwarten und von in der Öffentlichkeitsarbeit engagierten
Vereinen erreicht uns derzeit häufig die Frage, wie man mit den Besucherscharen
wohl am besten umgehen sollte, die am 11. August in ganz Süddeutschland
die Teleskop- kuppeln stürmen werden, um die Finsternis durchs Fernrohr
zu beobachten. Unser Tip: Die Kuppelgebäude fest verrammeln, an die
Besucher schwarze Sonnenschutzfolien verteilen und ihnen klar machen,
daß eine offene Wiese in der freien Natur zu diesem himmlischen
Schauspiel die allerschönste Kulisse bietet! Komplizierte, mit viel
Technik befrachtete Beobachtungsprogramme überläßt man
am besten den erfahrenen Spezialisten, die schon so viele Sonnen- finsternisse
erlebt haben, daß es auf eine mehr oder weniger nicht mehr ankommt
Ð zumindest nicht, was den Erlebniswert dieses für die meisten Menschen
einmaligen Ereignisses betrifft.
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